Der Garten von Mies

Mies van der Rohe

Die Neue Nationalgalerie in Berlin gehört zu den Glanzlichtern der modernen Architektur. Ihr Schöpfer Mies van der Rohe war einer der ganz Großen des 20. Jahrhunderts. In Aachen 1886 geboren, verläßt er früh die Schule, arbeitet im Steinmetzbetrieb seines Vaters und geht mit neunzehn Jahren nach Berlin, wo er bei dem Architekten Peter Behrens lernt. Ab 1912 hat er ein eigenes Architekturbüro in Berlin, ist im Deutschen Werkbund aktiv und wird Direktor des Bauhauses in Dessau, bis es von den Nazis geschlossen wird. 1938 verläßt Mies Deutschland und geht nach Chicago. In den USA kann er in vielen aufsehenerregenden öffentlichen und privaten Bauten seine revolutionären Ideen zur modernen Architektur umsetzen. Aber vieles bleibt auch Entwurf, weil es zu kühn und zu konsequent ist. Sein letztes großes Werk ist die Neue Nationalgalerie in Berlin, die 1968 eingeweiht wird. 1969 stirbt Mies van der Rohe in Chicago.

Das ‚Geheimnis’ seines epochalen Erfolgs liegt in seiner Konzentration auf die klare, ordnende Struktur seiner Bauwerke. Der Baukörper der Neuen Nationalgalerie ist der konsequenteste Ausdruck dieser modernen Architekturauffassung: Der quadratische allseits verglaste Pavillon steht auf einer erhobenen weiten Terrasse. Die darunter liegende Gemäldegalerie erhält im Westen vom direkt anschließenden Skulpturengarten ihr Tageslicht. Ein Gesamtkunstwerk von großer Dichte und Sammlung, das heute deutliche Spuren der Vernachlässigung zeigt.